Freie Dorfgemeinschaft Schwangau

Der Standpunkt der Freien Dorfgemeinschaft Schwangau zum Nationalpark Ammergebirge

Mit der Definition der Internationalen Union zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten, kurz IUCN, sind Rahmenbedingungen für einen Nationalpark festgelegt worden, die sehr weitreichend und mit wesentlich mehr Einschränkungen und Auflagen verbunden sind, als ein nationales Naturschutzgebiet, wie wir es jetzt im Ammergebirge und darum herum haben.

Das, was die Befürworter eines NP an Planungsdetails und Vorstellungen von Ausnahmen gegenüber der NP-Definition darstellen, sind unverbindliche Aussagen. All diese Ausführungen der Initiatoren eines NP dienen nur der Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung und bei den Entscheidern in der Politik.

Sollte die Politik darauf eingehen und einen Nationalpark in den Ammergauer Alpen befürworten, dann kommt erst einmal eine Planung nach den vorher angesprochenen Richtlinien der IUCN in Gang. Diese wird dann Schritt für Schritt oder gleich vollständig umgesetzt.

Die dabei aktiven Planungs- und Entscheidungsgremien arbeiten auf der Grundlagendefinition der IUCN.

Die Vorstellungen der Befürworter enthalten so viele Ausnahmen zur IUCN-Definition, dass man sich ernsthaft fragen muss, was überhaupt für ein Unterschied zum aktuell umgesetzten Naturschutzgebiet Ammergebirge entstünde. Eine befriedigende Antwort mit überzeugenden Argumenten haben weder die Herren Endhardt noch Ehrhardt und schon gar nicht deren Anhängerschaft im Förderverein NP-Ammergebirge.

Hier will eine ideologisch motivierte Minderheit auf Kosten der Allgemeinheit eine angebliche Verbesserung der aktuellen Situation erzwingen.

Wenn man sich bei dem am 03. Juli 2012 veranstalteten Vortragsabend die PRO- und KONTRA-Seite angehört hat, dann bestätigte Herr Dr. Ehrhardt, dass mit dem aktuellen Naturschutzgebiet in seiner Umsetzung alles perfekt und optimal läuft. Er stellte eindrücklich in Wort und Bild dar, dass dieses Gebiet in den vergangenen Jahrzehnten sich zu einem wunderbaren Naturgebiet mit unberührten Plätzen und biologischen Raritäten entwickelt hat.

Es entsteht der Eindruck, gewisse Leute wollen sich hier politisch profilieren und eventuell ein Denkmal setzen. Dies wird untermauert durch fehlende Argumente und extremer Widersprüchlichkeit bis zur Vermittlung von Inkompetenz einzelner Wortführer.

Eine naturverbundene, dem Allgemeinwohl zuträgliche Entwicklung unserer Region im und um das Ammergebirge ist unter Naturschutz und nach dem erweiterten Grundsatz „zu niemandes Nachteil“ besser realisierbar, als in einem Nationalpark.

Die Folgen, nämlich sinnloses produzieren von Kosten für die komplette Umstrukturierung eines bewährt funktionierenden Systems Naturschutzgebiet, haben wir alle zu tragen.

Letztendlich wird hier entgegen besseren Wissens und Vorstellungen, wie wir unsere direkte Heimat mitgestalten könnten, auf unser aller Kosten ein Projekt realisiert, das möglicherweise eine Verschlechterung der Gesamtsituation im Ammergebirge bewirkt.

Der GR Schwangau hat mehrheitlich mit der einstimmigen Beteiligung der FDG diesen NP abgelehnt. Hierbei war man sich seiner Verantwortung für das anvertraute Allgemeingut bewusst.

Wenn isch ebbas?